KREISVERBAND BÖBLINGEN

„Die Fleischkennzeichnung muss kommen – aber verpflichtend“

Mit Lob und Kritik zugleich reagieren die Landtagsgrünen auf Julia Klöckners Ankündigung, ein Tierwohllabel auf den Weg zu bringen. „Seit langem machen wir Grüne uns für eine Fleischkennzeichnung analog zur Eierkennzeichnung stark. Das Label trägt zu einer artgerechten Tierhaltung und zu fairen Preisen für die Erzeuger bei“, betont die tierschutzpolitische Sprecherin Thekla Walker. Eine freiwillige Kennzeichnung, wie von Klöckner geplant, lehnt Walker jedoch ab. „Das aktuelle Label-Wirrwarr wird nur verschärft. Deshalb ist es wichtig und richtig, dass Baden-Württemberg sich jetzt mit einer Bundesratsinitiative für ein einheitliches, verpflichtendes Label stark machen will.“

In repräsentativen Umfragen sprechen sich laut Walker bis zu 90 Prozent aller befragten Bürgerinnen und Bürger für eine artgerechte Tierhaltung aus. Thekla Walker: „Dazu beigetragen haben Berichte über unerträgliches Tierleid in Haltungsformen, die rein auf Fleischproduktion und Gewinnmaximierung ausgerichtet sind. Wir rechnen mit einem besseren Markt für künftiges regionales, tiergerecht erzeugtes Fleisch aus dem Ländle. Die Kennzeichnungspflicht bei Eiern zeigt, dass Verbraucher, Hersteller und die Tiere von einer solchen Regelung profitieren. Das Konsumverhalten hat sich merklich verändert.“
Der agrarpolitische Sprecher der Landtagsgrünen Martin Hahn ergänzt: „Nur wenn die Betriebe politische Unterstützung und damit wirtschaftliche Planungssicherheit bekommen, kann der Umstieg in eine bessere Tierhaltung gelingen. In Baden-Württemberg erhoffen wir uns durch eine Kennzeichnung auch einen Schub für bereits bestehende, konventionelle Betriebe, die in artgerechte Tierhaltung investiert haben.“

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