KREISVERBAND BÖBLINGEN

Kretschmann zur E10-Debatte:

Beim E 10-Benzin ist „Bio“ alles andere als „Öko“
Der Automobilstandort sollte sich endlich für wirksame
Maßnahmen zur CO2-Minderung stark machen
Beim „Benzingipfel“ muss es um mehr gehen als um eine
verkorkste Kommunikation.
„Das Verhalten der Autofahrer in Sachen Bioethanol-Benzin ist aus ökologischer Sicht
klüger als die Bundesregierung denkt“, so Winfried Kretschmann, Spitzenkandidat der
Grünen in Baden-Württemberg. „Damit wird vielleicht doch noch in letzter Minute eine
kostspielige und ökologisch fragwürdige Agrosprit-Aktion wieder abgeblasen.“ Während
sich die Autofahrer primär aus Furcht vor Motorschäden dem Umstieg auf E10-Sprit
verweigern, sollte man auch einmal ins Blickfeld nehmen, dass in diesem Fall „Bio“ nicht
„Öko“ ist.
Kretschmann wies darauf hin, dass der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung
WBGU bereits vor drei Jahren davor gewarnt hatte, in der wachsenden Beimischung von
Bioethanol eine Lösung für die CO2-Probleme im Verkehrssektor zu sehen. Schon
damals plädierte das von der Bundesregierung selbst bestellte Expertengremium für den
raschen Ausstieg aus der Förderung von „Bio“-Kraftstoffen durch Rücknahme der
Beimischungsquoten und stattdessen für mehr Effizienz bei konventionellen Motoren
sowie den Ausbau der Elektromobilität.
Kretschmann: „Der Verkehr in Baden-Württemberg trägt mit rund 30 Prozent zur CO2-
Belastung bei. Klar ist, dass der Verkehrssektor einen eigenen Beitrag bei der Senkung
des klimaschädlichen Gases leisten muss. Bei der Festsetzung von CO2-Grenzwerten
auf EU-Ebene für PKW und leichte Nutzfahrzeuge hat die Landesregierung in den
letzten Jahren allerdings regelmäßig – und dies zu unserem Leidwesen auch noch
erfolgreich – im Bremserhäuschen gesessen. Nicht die Beimischung von Biokraftstoff ist
das Gebot der Stunde sondern effizientere Motoren. Sich hier an die Spitze zu setzen
nütze dem Klima und dem Automobilstandort Baden-Württemberg.“
Ökologisch sinnvoller und vor allem klimafreundlicher sei es, das vom Umfang her
begrenzte Biomasseaufkommen mittels Kraft-Wärme-Kopplung zur Strom- und
Wärmeerzeugung zu nutzen. Werde der so produzierte Strom zum Betrieb von
Elektrofahrzeugen eingesetzt, spare man doppelt so viel Kohlendioxid ein wie bei der
Bioethanolbeimischung im Benzin, so Kretschmann.

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