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Boden steht weiterhin unter Druck

Murschel zum Tag des Bodens:„Wir verbrauchen nach wie vor zu viel Fläche – für einen sorgsamen Umgang mit Boden muss das Baurecht angepasst werden.“

Naturschutz ist vorstellbar in grünen Wäldern, sauberen Flüssen, artenreichen Wiesen und gesunden Feldern. Dabei tritt der Boden, im wahrsten Sinne des Wortes Grundlage all dessen, häufig in den Hintergrund.

Für ihn setzt sich seit Jahrzehnten der promovierte Bodenphysiker und bodenschutzpolitische Sprecher der Grünen Landtagsfraktion, Bernd Murschel, ein.

 

„Am heutigen internationalen Tag des Bodens (5.12.2020) möchte ich den Fokus bewusst auf dieses unterschätzte Gut lenken,“ so Murschel. „In den vergangenen Jahren haben wir in Sachen Bodenschutz bereits einiges erreicht. Das heißt aber nicht, dass wir uns zurücklehnen können.“

 

Böden seien eine nicht vermehrbare Ressource und wichtige Lebensgrundlage.

Der Schutz der Böden vor Versiegelung und Überbauung ist deshalb eine herausragende Aufgabe.

 

Murschel dazu: „Wir sind noch lange nicht fertig. Noch immer werden in Deutschland rund 78 Fußballfelder Fläche verbraucht, davon fast sieben allein bei uns in Baden-Württemberg – und das täglich! Und nun steht gar im Raum, den befristeten Paragrafen 13 b im Baugesetzbuch zu verlängern.“ Dieser Paragraph, der eigentlich Ende des Jahres auslaufen sollte, erlaubt es den Kommunen, unter bestimmten Bedingungen Bebauungspläne ohne Umweltprüfung aufzustellen.

 

„Zwar wird über den Paragraphen auf Bundesebene diskutiert, aber gegen eine Verlängerung spreche ich mich entschieden aus! Damit würde man den Kommunen weiterhin freistellen, Arten- und Umweltschutz auf die lange Bank zu schieben“, kommentiert Murschel.

 

Natürlich brauche man eine Lösung, um das Problem des Wohnraumbedarfs anzugehen. „Aber mit einer Verlängerung dieser Übergangslösung ist langfristig niemandem geholfen“, stellt Murschel fest. 

 

Entscheidende Etappenziele, die das Land Baden-Württemberg in diesem Jahr in Sachen Bodenschutz erreicht hat, seien beispielsweise das Biodiversitätsstärkungsgesetz (BiodivStG) oder die Einführung einer Bodenkundlichen Baubegleitung.
„Mit diesen Maßnahmen konnten wir den Bodenschutz in ganz verschiedenen Bereichen auf die Agenda setzen,“ betont Murschel. Da Bodenschutz eine Querschnittsaufgabe darstelle, sei es aber wichtig, an allen Fronten zu arbeiten. „Und jetzt braucht es entschiedenes Handeln auf der Bundesebene,“ appelliert Murschel.

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