Grüne wollen Öffentlichen Dienst in Baden-Württemberg durch Lebensarbeitszeitkonten attraktiver gestalten

Lebensarbeitszeitkonten können ein Weg sein, um im Sinne der Beschäftigten die Vereinbarkeit von Beruf und unterschiedlichen Lebensphasen und –entwürfen flexibler zu gestalten. Generell sind sie ein Instrument, um die geleistete Arbeitszeit von Beschäftigten flexibel auf Tage, Wochen und Jahre verteilen zu können. Während dieser Zeit bleibt der komplette Schutz der Sozialversicherung erhalten.

„Ein Konto, auf dem man sich freie Tage für später ansparen kann, bietet viele Vorteile – von der Familienplanung, bis zur Pflege von Angehörigen oder einfach, um sich selbst eine Auszeit zu nehmen. So schaffen sich Beschäftigte langfristig flexible Spielräume, ohne berufliche oder finanzielle Nachteile in Kauf nehmen zu müssen“, erklärte Thekla Walker, die finanzpolitische Sprecherin der Fraktion GRÜNE im Landtag von Baden-Württemberg und Initiatorin des Fachgesprächs “Lebensarbeitszeitkonten im Öffentlichen Dienst”, das am 05. Juli stattfand.

„Die Attraktivität des Arbeitsplatzes und individuelle Gestaltungsmöglichkeiten im Arbeitsleben spielen angesichts der wachsenden Konkurrenz um Fachkräfte eine immer größere Rolle. Dieser Herausforderung muss sich auch der Öffentliche Dienst stellen, will er konkurrenzfähig bleiben. Zugunsten des Privatlebens und familiären Verpflichtungen muss ‚Beruf‘ in Zukunft undogmatischer gestaltet und spontanen Wendungen anpasst werden“, betonte die Abgeordnete. Zusätzlich könne man Impulse in Richtung Unternehmen geben, damit entsprechende Lebensarbeitszeitkonten in der freien Wirtschaft entwickelt und erprobt werden. Eine Art ‚Langzeit-Bank‘ für aufgesparte Arbeitstage kann somit ein Baustein sein, um die Attraktivität des Landes BW als Arbeitgeber zu steigern und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig an sich zu binden.

Aus diesem Grund hat die grün-schwarze Regierungskoalition in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, Modelle für Lebensarbeitszeitkonten im Öffentlichen Dienst des Landes zu entwickeln und „das Landesbeamtengesetz auf weitere Verbesserungen im Bereich familienbedingter Auszeiten prüfen und anpassen“ zu lassen (S. 69). Bei diesem Thema befindet sich die Regierung noch am Anfang. Daher war das Ziel des Fachgesprächs, zunächst ergebnisoffen zu diskutieren, welche Modelle in Frage kommen könnten, um die Entwicklung von Lebensarbeitszeitkonten langfristig voranzutreiben.

Zusammen mit den Referentinnen und Referenten Stephanie Bundel (FaFo-FamilienForschung BW), Thomas Tallafuss (Dt. Rentenversicherung), Anna Reschka (Alfred Ritter GmbH), Hanna Binder (ver.di BW) und Susanne Hauth (BBW-Beamtenbund Tarifunion) beleuchtete Walker in ihrem Fachgespräch die Vor- und Nachteile von Lebensarbeitszeitkonten. „Flexibilität muss nicht das Sahnehäubchen sein, sondern die Basis“, legte Bundel dar. Eine ganze Generation stehe unter Druck, da sie nicht wisse, wie sie die Familienplanung mit dem Berufsleben vereinbaren solle. Sie fordert eine Arbeitswelt, die weiß, was Leben heißt und die entsprechende Modelle bietet. Thomas Tallafuss erklärte zwar, dass die angesparten Wertguthaben priorisiert für einen frühzeitigen Ruhestand verwendet werden und weniger für familiäre Umstände, doch er betonte: „Mit den Instrumenten der Vergangenheit werden wir weder die Gegenwart noch die Zukunft bestreiten können!“

Mögliche Kosten sind von komplexen Modellrechnungen abhängig, zu denen laut Finanzministerium bisher keine Prognosen möglich sind. Die Anwesenden beurteilten diese aus eigener Erfahrung jedoch als überschaubar.

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