MdL Walker zu Besuch bei thamar: „Die Versorgung schutzbedürftiger Frauen muss sichergestellt sein!“

Thekla Walker hat Frauen helfen Frauen e. V. in Böblingen besucht. Der Verein ist Träger der Beratungsstelle thamar, die sich gegen sexuelle Gewalt an Mädchen, Jungen und Frauen richtet. Eine weitere Anlaufstelle richtet sich an Frauen, die von häuslicher Gewalt bedroht sind.

In gemütlicher Atmosphäre werden dort Unterstützung, Beratung, Präventionsarbeit sowie Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen angeboten. Obwohl in den letzten Jahren vieles vorangegangen sei und diese Themen häufiger in der Öffentlichkeit debattiert würden, herrsche weiterhin großer Handlungsbedarf, stellte Thekla Walker fest. Dies betrifft vor allem die Schaffung neuer Stellen und die Unterbringung der Frauen in einem neuen Frauenhaus in Böblingen. Nachdem 2011 der alte Zufluchtsort mangels Wirtschaftlichkeit geschlossen werden musste, sind der Landkreis und thamar seither auf der Suche nach einer neuen Immobilie. Als Ersatz wurde aus Eigenmitteln 2013 dann die Beratungsstelle gegründet.

„Es sollte selbstverständlich sein, Frauen schnell und sicher in einem Refugium unterbringen zu können. Dass Böblingen diese kommunale Verantwortung bisher nicht erfüllen kann, ist bedauerlich. Ich weiß aber um das intensive Bemühen des Landkreises, ein finanzierbares Gebäude zu finden, das zudem allen Anforderungen entspricht und den schutzbedürftigen Frauen ermöglicht, sich sicher und Zuhause zu fühlen“, so Walker. Spätestens seit die Istanbulkonvention 2017 ratifiziert wurde, verpflichtet sich Deutschland nun auch offiziell, Frauen vor Gewalt zu schützen und ein bedarfsgerechtes Unterstützungssystem zu schaffen. Auch der Koalitionsvertrag der Landesregierung sieht vor, Opfern von Gewalt zeitnah und niederschwellig Hilfe und Beratung zu ermöglichen sowie psychosoziale Beratung und Betreuung von Gewaltopfern auszubauen.

Ein weiteres Kampffeld: Der Ausbau von Stellen. Rund 240 Fälle betreut thamar jährlich, die Beratungsstelle für häusliche Gewalt etwa 160, hinzu kommen noch Präventionsarbeit, Onlineberatung und weiteres. Dies leisten aktuell sieben Teilzeitbeschäftigte, wovon eine Stelle auf die Verwaltung entfällt. Diese werden zu einem großen Teil vom Landkreis Böblingen finanziert, jedoch auch aus eigenen Mitteln. Es sei Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, dass Menschen in Not entsprechend unterstützt werden können, nicht die von ein paar engagierten Frauen, kritisierte Monika Becker, Leiterin der Betreuungsstelle.

Als finanzpolitische Sprecherin betonte Walker jedoch, dass sie das große Ganze im Blick behalten müsse: „Wir dürfen nicht mehr Geld ausgeben, als wir einnehmen. Aber wir versuchen die Finanzierung durchzubringen. Wir wollen die weißen Flecken im Land, in denen es immer noch keine anständige Versorgung gibt, endlich ausradieren und entsprechend fördern.“

Frauen, die Gewalt erlebt haben oder erleben, können sich an das Hilfetelefon unter der Rufnummer 07031/222066 wenden. Es ist von 16 ehrenamtlichen Notrufmitarbeiterinnen und –mitarbeitern täglich ab 20 Uhr die ganze Nacht und an Wochenenden sowie Feiertagen rund um die Uhr besetzt.

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