NABU-Auszeichnung: Gefiederte Glücksboten nisten unterm Schuldach

NABU-Landeschef Enssle und Thekla Walker MdL überreichen gemeinsam Plakette als „Schwalbenfreundliches Haus“ an Böblinger IB-Schule

Der NABU weist mit dem Projekt „Schwalbenfreundliches Haus“ seit elf Jahren auf die Nöte der Schwalben in Baden-Württemberg hin. Das leise schwätzende Gezwitscher von Mehlschwalben erklingt nun bereits seit sechs Jahren unterm Dach der IB Beruflichen Schulen in Böblingen. Dort nisten die Glücksboten in eigenen Naturnestern. Das Baumaterial finden die flinken Flugkünstler ganz in der Nähe, auf dem Flugfeld am langen See, wo sie auch Insekten jagen. Doch die Vögel werden immer seltener, wie die jüngste bundesweite NABU-Zählaktion im Rahmen der „Stunde der Gartenvögel“ bestätigte. Im Vergleich zum Vorjahr haben sie erneut um neun Prozent verloren. Sie brauchen mehr Hilfe und Akzeptanz, die sie bei IB-Schulleiterin Rebecca Barensteiner und ihrem Team auch erhalten. „Ich freue mich jedes Jahr über die Flugkünstler an unserer Schule, und auch unsere Schülerinnen und Schüler erwarten im Frühjahr gespannt die Rückkehr der Insektenjäger“, sagt die schwalbenfreundliche Rektorin.  

Über das Engagement der Schule für die Schwalben freute sich auch die Böblinger Landtagsabgeordnete, Thekla Walker: „Dass nicht nur Privatleute sich für die gefiederten Glücksboten stark machen, sondern mit dem IB auch eine Berufsschule, ist toll und regt hoffentlich weitere Schulen zum Nachmachen an.“ Als Dankeschön überreichte sie gemeinsam mit dem NABU-Landeschef Johannes Enssle die Plakette zum „Schwalbenfreundlichen Haus“, die gleich neben dem Eingang einen Ehrenplatz findet. Im Gepäck dabei hatten beide zwei gezimmerte Schwalbennester: „Wohnraum ist auch bei den Schwalben stets knapp – nicht nur im Großraum Stuttgart“, sagte Walker, die sich als Abgeordnete des Wahlkreises Böblingen im Landtag für Tierschutz und Finanzpolitik einsetzt.  

 

Wohnungsnot beseitigen: 1.500 „Schwalbenfreundliche Häuser“ im Südwesten

Der NABU hat ihm Rahmen seines Projekts „Schwalbenfreundliches Haus“ allein in Baden-Württemberg bereits 1.500 Gebäude in allen Landesteilen ausgezeichnet, darunter auch viele Privathäuser. Damit will der NABU auf die Not der Schwalben aufmerksam machen, deren Bestände sich seit Jahren im Sinkflug befinden. Nach den Zählungen zur „Stunde der Gartenvögel“ hat sich ihr Bestand im Land von 2006 bis 2018 halbiert. Gründe dafür sind der Mangel an geeignetem Baumaterial, Nistplätzen und Nahrung. „Unsere Landschaften und Orte sind zu steril, es fehlt an Lehmpfützen, Insekten und Toleranz für die Gebäudebrüter“, fasst Enssle zusammen. Noch sei es nicht zu spät, den Schwalben wieder Aufwind zu verschaffen – etwa indem man ihre Wohnungsnot beseitigt und den Nestbau am eigenen Haus zulässt oder mit einem künstlichen Nest nachhilft.  

Große Sorgen macht sich der NABU über den Schwund an geeigneten Überwinterungsgebieten. Beispielsweise werden in Zentralafrika große Sumpfgebiete trockengelegt und so für die Landwirtschaft nutzbar gemacht. Damit verschwinden jedoch Nahrungshabitate und Schlafplätze für die Mehl- und Rauchschwalben.  

Weitere Infos zum Projekt „Schwalbenfreundliches Haus“: www.NABU-BW.de/schwalbenfreundlicheshaus

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